Happy Schools Ukraine
Soziales und emotionales Lernen für Lehrkräfte in der kriegserschütterten Ukraine
Ukrainische Schulen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Sie reformieren ihr Bildungssystem — und kämpfen gleichzeitig mit Trauma, Verlust und Unsicherheit. Wir stärken Lehrerinnen und Lehrer in ihrer inneren Stabilität, damit Lernen auch unter diesen Bedingungen gelingt
„You taught us to breathe when we wanted to scream.” > — Lehrerin, Ukraine, 2025



Was ist Happy Schools Ukraine?
Happy Schools Ukraine ist ein Trainingsprogramm in sozialem und emotionalem Lernen (SEL) für ukrainische Lehrkräfte und Schulleitungen — entwickelt auf Grundlage des Happy-Schools-Formats von Dr. Ha Vinh Tho (ehem. Direktor des Gross National Happiness Centre in Bhutan) und eingebettet in die nationale Bildungsreform „Neue Ukrainische Schule”.
Das Programm wird von der OECD unter der Schirmherrschaft von Andreas Schleicher (Direktor für Bildung und Skills) begleitet. Das von der OECD neu entwickelte PISA Happy Life Dashboard misst inzwischen in 81 Ländern das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern — und belegt: Emotionale Kompetenz ist keine Ergänzung zum Lernen. Sie ist die Grundlage.
Kernziele: - Stärkung von Selbstregulation, Resilienz und Beziehungsfähigkeit bei Lehrkräften - Aufbau einer neuen Schulkultur: von Hierarchie zu Vertrauen, von Erschöpfung zu Präsenz - SEL als dauerhafter Bestandteil der ukrainischen Bildungsreform

„Wo andere nicht weiterkommen, beginnt meine Arbeit“
"Ermöglichen statt erlauben"
"The Heart of Education is the Education of the Heart"
Wie alles begann
Auf Einladung des ukrainischen Bildungsministeriums brachten wir den Happy-Schools-Ansatz in die Ukraine. Zwischen November 2024 und Herbst 2025 führten wir — trotz Luftalarm, Bombennächten und Teilnehmenden aus aktiven Kriegsgebieten — vier dreitägige Trainingsmodule durch: für 60 Schulleiterinnen und Schulleiter aus den 30 nationalen Pilotschulen der ukrainischen Bildungsreform sowie für das gesamte Kollegium einer Grundschule in Vinnytsia.
Dr. Ha Vinh Tho begleitete diesen Prozess schon schwer erkrankt aus der Ferne. Im Mai 2025 sagte er zu den Teilnehmenden in einer Videobotschaft: „Sie werden zum Zentrum der Bildungsreform in der Ukraine.” Am 26. September 2025 ist er gestorben. Sein pädagogisches Erbe trägt dieses Projekt weiter.
Im Juni 2026 startete die zweite Phase: 60 Lehrkräfte aus zwei weiterführenden Schulen — in Chernivtsi und bei Kyiv — ließen sich drei Tage lang auf das Programm ein. Die Resonanz war überwältigend.


Was wir bisher erreicht haben
60
Schulleiter:innen aus 30 Pilotschulen — alle 4 Module abgeschlossen (2024/25)
50
Lehrkräfte der Grundschule in Vinnytsia — alle 4 Module abgeschlossen (2024/25)
60
Lehrkräfte aus 2 weiterführenden Schulen — Modul 1 abgeschlossen (Juni 2026)
30
Nationale Pilotschulen der „Neuen Ukrainischen Schule”, aus allen Regionen des Landes
2
Schulen, die jetzt als ganze Kollegien ausgebildet werden: Chernivtsi & Boyarka
120
Neue Pilotschulen, für die das Bildungsministerium die Ausweitung des Programms beantragt hat (ab Sept. 2026)
81
Länder, in denen das PISA Happy Life Dashboard Wohlbefinden von Schüler:innen misst
5
Jahre Krieg — und dennoch: die Nachfrage nach diesem Programm wächst
Was Lehrer*innen sagen
Diese Stimmen kommen aus Modul 1 (Juni 2026) — von Lehrkräften, die teilweise zunächst skeptisch ankamen, dann aber drei Tage mit ihren Kolleginnen und Kollegen inne gehalten haben. Mitten im Krieg.
„The most important thing you brought to us is laughter. This helps us to survive in these times.”
„This training is crucial for us. Usually we look only around and now for the first time we look at ourselves.”
„We realized we have happiness inside us and we can grow it and share with others: our family, community and of course our students.”
„I discovered my colleague is a deep person and I am grateful to be here with my colleague. I see my colleagues changed; they started to talk and really listen to each other.”
„I’ve never been connected to nature. All the time I did things automatically. Now I noticed self-care is really important and I can work in another way.”
„Up to this point I was a skeptic of meditation. When I tried I had this miracle: I felt lighter and just relaxed.”


Wie das Training aufgebaut ist
Das Programm folgt dem Konzept der drei „Caring Gestures” von Dr. Ha Vinh Tho: Fürsorge für sich selbst, Fürsorge für andere, Fürsorge für die Gemeinschaft und den Planeten. Jedes Modul dauert drei Tage und verbindet:
- Achtsamkeitsbasierte Selbstwahrnehmung — Innehalten, Körperwahrnehmung, Stressregulation
- Gewaltfreie Kommunikation, Mitgefühl und Zuhören — als Grundlage für Beziehungsfähigkeit im Kollegium und mit Schüler:innen
- Kollegiale Reflexion und pädagogische Übertragung — wie das Erlernte in den Schulalltag einfließt
- Verbindung mit Natur und Gemeinschaft — als Ressource und als pädagogisches Prinzip
Modulstruktur (Phase II, 2 Schulen): - Modul 1 — Selbstführung & Resilienz (abgeschlossen, Juni 2026) - Modul 2 — Beziehungsfähigkeit & Fürsorge für andere (Oktober 2026) - Modul 3 — Fürsorge für Gemeinschaft und Planet (Januar 2027) - Modul 4 — Integration & Weitergabe (geplant 2027)
Wer hinter diesem Projekt steht
Institutionelle Partner: - Ukrainisches Bildungsministerium — Initiator und Koordinator; Ansprechpartnerin: Nadiia Kuzmychova (Stellvertretende Bildungsministerin) - OECD — Schirmherrschaft durch Andreas Schleicher (Direktor für Bildung und Skills); Einbettung in das PISA Happy Life Dashboard - Universität Innsbruck — Wissenschaftliche Begleitforschung durch Dr. Olga Klimecki (Cortisol-Haarproben, Fragebögen, qualitative Interviews; Veröffentlichungen ab 2028 geplant) - Eurasia Learning Institute (Schweiz) — Gemeinsamer Förderantrag bei der John Templeton Foundation
Ein Projekt von LIFE – Lean In For Education e.V. in Kooperation mit Mindschool gGmbH
Bisherige Förderer: Dieter Fuchs Stiftung · Friedel & Gisela Bohnenkamp Stiftung · Software AG Stiftung · Stiftung Evidenz


Wirkung messbar machen
Erfasst werden: - Selbstberichte zu Wohlbefinden, Selbstregulation und Beziehungsqualität (vor, während und nach den Modulen) - Haarproben zur Messung des Cortisolgehalts als biochemischer Stressindikator — ein Verfahren, das Stressveränderungen über Wochen hinweg sichtbar macht - Qualitative Interviews zur Tiefenwirkung des Programms.
Erste Veröffentlichungen sind ab 2028 geplant. Die Ergebnisse fließen in die internationale Bildungsdebatte ein — unter anderem in Zusammenarbeit mit der OECD.
Die nächsten Schritte
Ab September 2026 weitet das ukrainische Bildungsministerium seine Schulreform auf 120 neue Pilotschulen aus — und hat uns gebeten, auch diese Schulen zu begleiten. Sollte die Finanzierung zustande kommen, werden wir je zwei Schulleiter:innen pro Schule in vier Modulen trainieren: insgesamt 240 Menschen, die das Programm in ihre Schulen tragen.
Für 2027 ist ein Train-the-Trainer-Programm geplant: 30 ukrainische Multiplikator:innen sollen ausgebildet werden, um das Programm eigenständig weiterzuführen. Ein ukrainischsprachiges Trainingshandbuch und eine digitale Lernplattform sollen entstehen.
Unser Projekt trägt — das zeigen die Zahlen, die Stimmen, die Rückmeldungen des Ministeriums. Was es jetzt braucht, sind Partner: Förderer, die die nächsten Module ermöglichen. Institutionen, die ihre Sichtbarkeit teilen. Menschen, die diese Geschichte weitererzählen.

Happy Schools — auch für deine Schule
Die Initiative begleitet Schulen in verschiedenen Kontexten und Ländern, um Lernen, Achtsamkeit und Beziehungskompetenz praktisch erlebbar zu machen.
Wir begleiten Schulen in verschiedenen Kontexten und Ländern — mit Vorträgen, maßgeschneiderten Workshops oder einem vollständigen Lehrkräfte-Training. Der Einstieg ist niedrigschwellig, die Wirkung nachhaltig.
Mögliche erste Schritte: - Vortrag: Happy Schools und Soziales & Emotionales Lernen kennenlernen - Workshop: erste praktische Erfahrungen im eigenen Kollegium - Training: ein vollständiger Modulzyklus für die ganze Schule.
Interesse? Wir freuen uns über eine Nachricht. → c.leiste@co-intend.com












